Kleinunternehmer – Umsatzsteuer?

Kleinunternehmer – Umsatzsteuer?

Du warst beim Ordnungsamt und hast dein Gewerbe angemeldet, normalerweise bist du jetzt erstmal ein Kleinunternehmer. Für diesen Fall hat das Finanzamt eine Sonderregelung geschaffen, die es dir Ermöglicht keine Umsatzsteuer (im Volksmund: Mehrwertsteuer) auszuweisen.

Klingt doch gut oder?

Das denke sich viele und verschenken bares Geld, indem sie auf die Ausweisung der Umsatzsteuer verzichten. Die Umsatzsteuer auf deiner Rechnung musst du an das Finanzamt überweisen, sie gehört also nicht dir. Aber wer Umsatzsteuer ausweist, darf auch die Vorsteuer abziehen und das sieht im Detail so aus:

  • Du stellst eine Rechnung über 1000,00 € und rechnest 19 % Umsatzsteuer hinzu. Der Gesamtbetrag entspricht also 1190,00 €.
  • Dann kaufst du einen Laptop für dein Gewerbe, dieser kostet ebenfalls 1190,00 €,
    enthält also auch 190,00 € Umsatzsteuer. Da du die 19 % hier bezahlst, hat sie einen anderen Namen: Vorsteuer.
  • Die Umsatzsteuer, die du mit deiner Rechnung eingenommen hast, kannst du nun mit der Vorsteuer, die du für deinen Laptop bezahlt hast, verrechnen. Das bedeutet, dass du in diesem Fall 0.00 € an das Finanzamt zahlen musst und die 190,00€ von deiner Rechnung behalten darfst.

Hättest du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen, hättest du 190,00 € weniger mit deiner Rechnung eingenommen, aber trotzdem 1190,00 € für den Laptop bezahlt.

Zwei kleine Nachteile gibt es aber…

Wobei man das zusätzliche Einkommen gegen den Aufwand und den eventuellen Wettbewerbsnachteil abwägen muss, denn:

  • Wenn du die Umsatzsteuer ausweist, bist du für Privatleute 19 % teurer als sonst.
  • Zudem musst du in den ersten beiden Jahren deine Umsatzsteuererklärung monatlich abgeben.

Wenn du hauptsächlich für Firmen arbeitest, musst du dir keine Sorgen machen, da diese die 19 % Umsatzsteuer von deiner Rechnung genau so absetzen wie du. Die Umsatzsteuervoranmeldung ist mittlerweile auch kein großer Aufwand mehr.
Melde dich einfach bei Elster Online an und erledige die Voranmeldung bequem online.

Entscheide dich jedoch rechtzeitig. Eine Umstellung ist nur zum Beginn des Jahres möglich und sollte umbedingt geschehen, bevor du große Anschaffungen tätigst. Wenn du dich einmal für die Umsatzsteuer entschieden hast, ist dies für die nächsten fünf Jahre bindend.


Dieser Beitrag stellt keine individuelle rechtliche oder steuerliche Beratung dar,
sondern gibt lediglich die Meinung des Verfassers wieder. Irrtümer und Fehler vorbehalten.

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12 Kommentare zu “Kleinunternehmer – Umsatzsteuer?”

  1. […] du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nimmst gelten für dich folgende […]

    Auf diesen Kommentar antworten
  2. […] Weiter Informationen zum Thema¬†Kleinunternehmerregelung¬†findest du hier: Kleinunternehmer – Umsatzsteuer? […]

    Auf diesen Kommentar antworten
  3. Jaimo

    25. Apr, 2009

    Guten Morgen,
    habe seit letzter Woche ein klein Gewerbe 19.

    Wievie einkommenstuer müsste ich bei 17500€ zahlen und welche tipps könnte ihr mir geben wo ich sparen könnte?.

    Wie schaut es aus wenn ich wo noch als Aushilfe arbeite und mehr wie 400€ verdiene?. Tut dieses einkommen (Aushilfe) bei meinem einkommen vom Gewerbe beeinflussen?.

    Mit welchen Zahlen müsste ich rechnen in zukunft oder besser gesagt mit welchen ausgaben und wie berechnet mann das solide?. klar werde ich mir einen Kompotenten berater bei seite schaffen doch evtl. geht es auch ohne!.

    LG

    Auf diesen Kommentar antworten
  4. Name Klaus

    27. Apr, 2009

    Jaimo, dann schau dir ersteinmal die Seiten hier alle an. Deine Fragen wurden schon beantwortet. Und dieser Link sollte dir auch helfen: http://www.duden.de/deutsche_sprache/sprachwissen/rechtschreibung/

    Auf diesen Kommentar antworten
  5. Andro

    07. Jun, 2009

    Hallo Klaus,

    nur nicht frech werden … dem Name nach meckerst Du gerade nicht einen Muttersprachler an….

    🙁

    Auf diesen Kommentar antworten
  6. Kleingewerbe

    06. Okt, 2009

    Netter Artikel, hat mir sehr geholfen.

    Auf diesen Kommentar antworten
  7. Corticelli

    12. Mrz, 2010

    Ein Aspekt sollte nicht vergessen werden: Unternehmer, die auf die Umsatzsteuer verzichten, offenbaren ihren Kunden indirekt ihren Umsatz. Das ist sicherlich der Reputation nicht in jedem Fall zuträglich.

    Auf diesen Kommentar antworten
  8. Maxi

    22. Dez, 2012

    Sehr hilfreich. Leicht und verständlich geschrieben. Das habe ich gesucht. Vielen Dank.

    Auf diesen Kommentar antworten
  9. MIcha

    16. Okt, 2013

    Die Kleinunternehmer-Regelung ist allenfalls geeignet für Leute, die sich nebenberuflich selbständig machen wollen, denn sie ist an folgende Bedingungen geknüpft:

    a) Jahresumsatz im laufenden Jahr max. 50.0000 € und
    b) Jahresumsatz im vorherigen Jahr max 17.500 € !

    Wer kann schon von 17.500 Euro Umsatz im Jahr leben? Außerdem: Kommt man im Laufe des Jahres doch über die Schwelle von 50.000, dann wird für das gesamte Jahr Umsatzsteuer fällig, also auch für alle bisher (netto) gestellten Rechnungen! Da hat man dann wirklich die A-Karte gezogen.

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  10. Frank

    14. Dez, 2014

    Betreffend den Vor- und Nachteilen zur Kleinunternehmer-Regelung ist die Seite http://www.kleinunternehmer.de sehr zu empfehlen.

    BG

    Frank

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  11. Name (Pflichtfeld)

    27. Aug, 2015

    Hier auch noch ein Zusatz: Entscheidet man sich für die Kleinunternehmerregelung, ist in der Rechnung außerdem ein Hinweis nötig, z.B. „Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet.“

    lg Stefan von Debitoor

    Auf diesen Kommentar antworten
  12. Jordan

    11. Jan, 2016

    Umsatzsteuer direkt abzuführen, macht eigentlich nur Sinn bei hohen Anschaffungskosten. Bei den geringen Umsätzen eines Kleingewerbes sind gesparte 19%, sowie der geringere bürokratische Aufwand und die Wettbewerbsvorteile einfach die besseren Argumente. Und wenn ich überwiegend gewerbliche Käufer habe, die die Umsatzsteuer abführen können, dann kann ich denen auch 19% billiger verkaufen, als die Konkurrenz, womit ich ebenfalls wieder attraktiv bin. Beim Preis ist lediglich der Mengenrabbat im EK ein Vorteil der großen Unternehmer…

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