Der Kostenvoranschlag

Der Kostenvoranschlag

Oft möchte der Kunde einen Kostenvoranschlag (KVA), bevor er den Auftag vergibt. Doch wie verbindlich ist so ein Kostenvoranschlag eigentlich und was musst du beachten?

  • Zuerst einmal ist auch eine einfache Kostenschätzung ein Kostenvoranschlag im rechtlichen Sinne.
  • Für die Erstellung eines Kostenvoranschlages kannst du keine Gebühr verlangen.
    (Außer du vereinbarst mit deinem Kunden etwas anderes)

Der unverbindliche Kostenvoranschlag:

  • Dieser entsteht dann, wenn du deinem Auftraggeber klar darüber in Kenntnis setzt, dass du die endgültigen Kosten erst mit Beendigung des Auftrages errechnen kannst.
  • Hierbei bist du jedoch verpflichtet, deinen Auftraggeber sofort darüber in Kenntnis zu setzen, wenn erhebliche Mehrkosten entstehen. Solltest du dies nicht tun, machst du dich schadensersatzpflichtig.
  • Von erhebliche Mehrkosten kann man sprechen, wenn der im KVA genannte Betrag um 10-15 % überzogen wird.
    In diesem Fall hat dein Kunde das Recht den Vertrag mit dir sofort zu kündigen.
    Du bekommst dann nur die Leistung bezahlt, die du bis dahin erbracht hast.

Der verbindliche Kostenvoranschlag: (Das Angebot)

  • Hierbei handelst du mit deinem Auftraggeber einen Pauschalpreis für das Projekt aus.
  • Dies ist unter Umständen der schlechtere Weg für dich, denn du musst den Auftrag zum genannten Preis fertigstellen. Du hast also keine Chance mehr Geld zu verlangen, auch wenn das Projekt jeglichen Zeitrahmen sprengt.
  • Grundsätzlich haben Pauschalpreise aber den Vorteil, dass du deinem Auftraggeber keine Rechenschaft schuldig bist, falls du den Auftrag in kürzerer Zeit erledigt bekommst.

Die Falle mit der Umsatzsteuer:

  • Wenn du einen Preis nennst, solltest du immer „zzgl. 19 % USt“ hinzufügen oder direkt einen Brutto-Preis nennen.
  • Solltest du aus Versehen einen Netto-Preis ohne den Hinweis auf die Umsatzsteuer nennen, hast du keinen Anspruch darauf, dass dir dein Auftraggeber zusätzlich zum genannten Preis die 19 % zahlt.
  • Das bedeutet dann leider nicht, dass du deine Rechnung ohne ausgewiesene Umsatzsteuer schreiben kannst. Vielmehr musst du in diesem Falle die 19 % aus eigener Tasche an das Finanzamt zahlen.

Dieser Beitrag stellt keine individuelle rechtliche oder steuerliche Beratung dar,
sondern gibt lediglich die Meinung des Verfassers wieder. Irrtümer und Fehler vorbehalten.

Bookmark: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • TwitThis
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Digg
  • del.icio.us
  • Webnews
  • Reddit
  • Google Bookmarks
  • MySpace
  • Ask
  • Bloglines
  • Facebook
  • Alltagz
  • Linkarena

Tags: , , ,

13 Kommentare zu “Der Kostenvoranschlag”

  1. Michael Stoyke

    02. Mai, 2009

    Ich denke, es ist üblicher, das Angebot Netto auszuführen und dann am Ende „zzgl. MWSt“ zu ergänzen.

    Auf diesen Kommentar antworten
  2. Malte

    03. Mai, 2009

    Ich schreibe meine Angebote auch Nettto‚ zzgl. Mehrwertsteuer. Ich würde auch empfehlen eine Angebots-Nr. auf das Formular zu schreiben und einen Zeitraum, für wie lang man sich an das Angebot hält.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • Freelancer-Blog

      03. Mai, 2009

      Danke für deinen Beitrag Malte.
      Ob du einen Brutto- oder Nettobetrag in dein Angebot schreibst, sollte von deinem Kunden abhängen.

      Privatleute erwarten Bruttopreise, da sie die Umsatzsteuer ja nicht absetzen können. Andersrum ist für ein Unternehmen die Umsatzsteuer nur ein durchlaufender Posten und von daher sind hier nur die Nettopreise interessant.

      Die Angebotsnummer und der Zeitraum sind zwei wichtige Tipps!

      Auf diesen Kommentar antworten
  3. Nico

    16. Mai, 2009

    Was ist mit Kleinunternehmern, die nach §19 UStG keine USt ausweisen? Müssen diese im Angebot darauf hinweisen, dass man sowieso keine MwSt auf der Rechnung ausweisen wird?

    Auf diesen Kommentar antworten
    • Freelancer-Blog

      17. Mai, 2009

      Hallo Nico,
      du solltest in jedem Fall darauf hinweisen. Denn dies ist besonders für gewerbliche Kunden ein wichtiger Punkt.

      Auf diesen Kommentar antworten
  4. Peter

    11. Mai, 2010

    Bei Vermittlerplattformen, wie http://www.freelance-market.de wird bei den Stundensätzen nur Netto angegeben.
    Hier muss der Nachfrager aber nicht unbedingt ein Unternehmen sein, als Privatperson besteht ebenfalls die Möglichkeit einen Dienstleister zu beauftragen.

    Auf diesen Kommentar antworten
  5. Janne

    07. Mrz, 2011

    Danke für diesen informativen Artikel! Das hat ein bisschen Klarheit in meinem Kopf geschaffen, gerade die Gegenüberstellung von verbindlich und unverbindlich mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen hat mir geholfen.
    viele Grüße!

    Auf diesen Kommentar antworten
  6. Jörg

    06. Apr, 2011

    In Österreich läuft es ähnlich wie in Deutschland. Auf http://www.freelancer-oesterreich.at gibt der Freelancer auch nur den Netto Stundensatz an.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • MMayer

      25. Mrz, 2013

      Oh ja, das stimmt. Ich hab viel Erfahrung mit http://www.origondo.com – eigentlich ein Schweizer Unternehmen – und man gibt immer die Netto-Stundensätze an.
      Dass jedoch der Brutto-Preis auf dem Kostenvoranschlag auftauchen muss, finde ich auch besser.

      Auf diesen Kommentar antworten
  7. Arne

    15. Jul, 2011

    Ich finde es nur richtig, wenn gleich der Brutto-Preis auftaucht auf dem Kostenvoranschlag. Dann fühlt sich der Kunde nicht durch irgendwas Kleingedrucktes oder Weggelassenes getäuscht.

    Auf diesen Kommentar antworten
  8. Martin

    10. Nov, 2011

    danke für den Beitrag!

    eine Frage: ist es identisch, wenn ich in ein Angebot schreibe: „xy Euro (netto)“ bzw. „xy Euro (zzgl. 7% Mwst)“ ?

    bei mir weigert sich nämlich gerade ein (absurderweise gewerblicher) Kunde, die MwSt zu zahlen, und das obwohl ich mein Angebot explizit mit der ersten Formulierung gemacht hatte…

    Auf diesen Kommentar antworten
  9. Paula

    04. Dez, 2013

    Bei https://mein-tagwerk.de können Freelancer und Selbständige kostenlos Angebote online erstellen, wobei der Stundensatz direkt mit abgeglichen wird, sodass Ihr einen noch besseren Überblick über die Wirtschaftlichkeit bekommt. Einfach mal kostenlos ausprobieren!

    Auf diesen Kommentar antworten
  10. Jens

    20. Apr, 2015

    Meiner Erfahrung nach, sind Kostenvoranschläge ohne festen Endpreis eher ungern gesehen.
    Auftraggeber wollen ihre Kosten genau im Auge behalten und schon im Vorfeld wissen, was auf sie zukommt.

    Auf diesen Kommentar antworten

Schreibe einen Kommentar